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Geschrieben von Martin Rieger   
Sonntag, 7. Juni 2009

John Emms, Richard Palliser, Peter Wells

Anti-Sicilians

loemmas.jpg

Sprache: Englisch

Verlag: Everyman

ISBN-13: 978-1-85744-585-5

285 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2009.

Erhältlich bei Schach Niggemann

 

„Es ereignete sich zur Zeit des Überflusses an Informationen zur Schachtheorie in aller Welt, dass drei Weise aus dem Morgenland auszogen, um eine, bis dahin noch unbekannt Mixtur an gefährlichen Schachzügen, zu verbreiten. Wohlwollend gaben sie jedem Wissbegierigen Auskunft darüber, in der Hoffnung, dies Wissen möge den Unwissenden zum Siege verhelfen gegen finstere Mächte. Es geschah also, dass die Unwissenden siegreich waren, doch das geheime Wissen war bald aufgebraucht und so mussten die drei Weisen erneut in ihre Hexenküche um noch giftigere Waffen zu entwickeln…“

Die „drei Weisen“, John Emms, Richard Palliser und Peter Wells sind zwar nach glaubwürdigen Quellen zu urteilen bisher noch nicht auf fliegenden Teppichen oder gar Besen gesichtet worden doch einen gewissen Erfindungsreichtum in Sachen giftige Eröffnungssysteme kann man ihnen wahrlich nicht absprechen!

In dem neuesten Werk der Reihe „Dangerous Weapons“ haben die Autoren die Anti-Sizilianischen Systeme genauer unter die Lupe genommen und daraus seltene und gefährliche Varianten extrahiert. Dieses Extrakt wurde analysiert, kommentiert und zwischendurch immer wieder mit reichlich scharfem Pfeffer gewürzt.

Als Garniervorschlag kommen mehrere Varianten in Frage, so zum Beispiel das Sveshnikovgambit gegen Sveshnikov-Variantenausweichler 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 e5 4.Lc4 Le7 5.d3 Sf6 6.Sg5 0-0 7.f4 d5!?), etwaige weiße Magenverstimmungen inklusive!

Bekömmlicher für Weiß scheint ein anderer Vorschlag zu sein: Ruhige Spielweise auf aalglattem Rossolimospiegel mit nachfolgendem Gambitdessert (1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 g6 4.0-0 Lg7 5.c3 Sf6 6.d4!?).

Wer es lieber neutral bevorzugt könnte seinen Gaumen an Chamäleonsuppe erfreuen (1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 e6 4.c3).

Die gesammelten Rezepte scheinen ihre wundersame Wirkung besonders gegen selbst ernannte Theoriepäpste und Eröffnungsexperten zu offenbaren. Manches im Buch mag vielleicht leichte Zweifel bei zart besaiteten Naturen hervorrufen, doch keine Bange, auch der werte Gegner hat Nerven! Konfrontiert mit einer neuen Idee aus dem Buch wird auch so mancher übermächtige Schachriese schnell zum Gartenzwerg degradiert. Der Abenteurer hingegen reibt sich die Hände und freut sich auf seine nächste sizilianische Schachdebatte!

Fazit: Gefährliche Systeme aus der Gemeinschaftsgiftküche Emms, Palliser und Wells bieten hervorragende Alternativen jenseits der offiziellen Schachtheorie.

 

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, Freechess.info

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