Kolumne

Alexander McDonnell und Louis Charles de Labourdonnais waren die führenden Spieler ihrer Zeit und so trugen die beiden zwischen 1823 und 1834 etliche Wettkampfpartien aus um den stärksten Spieler der Welt zu ermitteln. Das erste bedeutende Match der Schachgeschichte dauerte von Juni bis November 1834 und umfasste 88 Partien. La Bourdonnais gewann davon 44, verlor 30 und spielte 14 Partien remis. Die nun folgende 62.Matchpartie zwischen den beiden ist die wohl bekannteste. De la Bourdonnais, ein Anhänger Phillidors, demonstriert mit den schwarzen Steinen auf wunderbare Weise, warum Phillidor die Bauern als die Seele des Schachspiels bezeichnete. Die Schlußstellung bietet ein köstliches Bild, drei schwarze Bauern vor der Umwandlung!


Zum Gedenken an Tony Miles (* 23. April 1955; † 12. November 2001)

Der sechste Todestag von Anthony (Tony) Miles war für mich Anlass, zum Gedenken an diesen äußerst kreativen englischen Schachgroßmeister, verschiedene Stationen seiner Schachkarriere noch einmal Revue passieren zu lassen.

Erst dieser Tage trudelte bei mir die Festschrift "100 Jahre Schachverein Schwenningen" (welche es auch bei eBay gibt) ein, die neben einem kleinen Umriss der Stadt auf insgesamt 56 Seiten die Geschichte eines kleinen Vereins von der Gründung bis zum heutigen Tage stichpunktartig festhält. Neben historisch Fotos (in guter Qualität) und diversen Dokumenten passieren die wichtigsten Etappen nochmal Revue. Dabei hätte aus meiner Sicht ruhig noch etwas detaillierter auf die Ursprünge eingegangen werden können - sofern noch weitere Dokumente vorlagen. Aufgelockert werden die Seiten durch Partien von "Schlenker & Co.". Am 16. Juli 2006 findet dann das 7-rundige Schnellschachturnier zum Anlass des Jubiläums statt.

Das ist mir gleich wieder der älteste Schachverein Deutschlands eingefallen: Berliner Schachgesellschaft 1827 Eckbauer e.V.  Diese verfügen ebenfalls über eine rege Vereinschronik und können gar mit einer vierteljährlich erscheinenden Vereinszeitung aufwarten, welche im PDF-Format im Internet verfügbar ist.

Wer kennt noch weitere Vereine, die derartiges aufweisen können? Über Kommentare würde ich mich freuen.

2006, Frank Große

Wassili Smyslov war schon einmal Weltmeister (1957-1958) und wollte es wieder werden. Im Jahr 1984 hätte es vielleicht geklappt wäre da nicht im Kandidatenfinale ausgerechnet der junge Kasparov sein Gegner gewesen. Trotz seiner damals 63 Jahren lieferte Smyslov seinem Gegner einen großen Kampf. Letztendlich setzte sich Kasparov mit 8,5:4,5 durch.

 "Smyslovs Spiel erinnert in seiner Klarheit und Logik an Capablanca. Er versteht es, mit einfachen Mitteln scheinbar schwierige Probleme zu lösen." (Gideon Stahlberg)

Und diese scheinbar schwierigen Probleme löste Smyslov oft durch studienartige Manöver...

Der heute 84jährige komponiert auch Studien wie die folgende: Weiß hält die Stellung remis!

Es gibt sie auch im deutschen Schach-{Web}-"Blätter"-Wald: subkulturelle Meinungsmacher und zumeist vom Einzelnen gepflegte Inhalte, kurz: Blogs! Nein, hier soll kein Negativimage generiert werden, im Gegenteil es ist auch auf freechess mal wieder Zeit für eine Kolumne und da mir gerade das Material dafür beim Frühjahrsaufräumen abhanden gekommen ist oder ich in des Schreibens Unlust gefallen bin (der Leser möge entscheiden, ob einer der Gründe glaubhaft ist), greife ich frecherweise auf Sekundärquellen und damit die Phänome der deutschen Webschachkultur zurück!